... in uns Liebe entdecken, sie zum Leben erwecken! Die Lyrikerin Alwina E. Berger präsentiert in vier Kapiteln eine Auswahl ihrer schönsten Gedichte. Die Liebe als Quell und Sinn unseres Lebens neben gesellschaftlichen Verhaltensweisen, das innerste Seelenleben neben religiösen Reflexionen. Die Liebes-, Erlebnis- und Gedankenlyrik dieses Buches thematisiert in teils sehr persönlichen Gedichten Familie, Gott und das Beschreiten des eigenen Weges, wobei das lyrische Ich stets nach umfassender Harmonie sucht. In einem ergreifenden Ton, der das Herz jedes Lesers berühren wird, drückt die Dichterin kraftvoll und kristallklar aus, worum es im Leben wirklich gehen sollte. Nach dem Band Gedichte für euch, die ich so sehr liebe 2007 und seiner USA-Ausgabe 2010 ist Triumph meiner Liebe der zweite Lyrikband von Alwina E. Berger. In Russland geboren, lebt die Autorin in Berlin, wo sie als Fremdsprachendozentin an der Humboldt-Universität und als Programmsprecherin gearbeitet hat. Zurzeit widmet sie sich dem Schreiben und plant weitere Publikationen, darunter auch ihre Gedichte in russischer Sprache.
Leseprobe
Aus Liebe
Aus Liebe
habe ich daran geglaubt,
woran ich nie geglaubt hätte.
Aus Liebe
schloss selbst mit dem Tod
meine gewagteste und höchste Wette.
Aus Liebe
mich ganz fest geklammert
an allerletzten Hoffnungsschimmer.
Aus Liebe
betete und flehte an
die Götter und den hohen Himmel.
Aus Liebe
gründete wie Benedetto
höchster Barmherzigkeiten Klöster,
um zu entfliehen einer Welt
scheußlicher Fratzen und der Monster.
Aus Liebe
wagte mich daran,
woran ich mich nicht wagen würde,
wollt’ wie Erzengel Michael
ausrotten Luzifers Sünden.
Nur aus Liebe
habe ich
in Demut vorm Altar gestanden.
Nur aus Liebe
wagte ich,
den Schicksalslauf umzuwandeln.
Aus Liebe
wurde ich erhört!!!
Die Wünsche sah ich, sich erfüllend.
Voll Dank
verneigte ich mich tief,
die Liebe
in dem Herzen spürend...
Rezensionen
"Poesie, die Kräfte weckt
Dass die Liebe in einem Gedichtband ins Zentrum gerückt wird, ist nichts Außergewöhnliches. Dieses schöne Geschenk für den Menschen findet sich auch im Titel "Triumph meiner Liebe" der Sammlung, die Alwina E. Berger veröffentlicht hat. Was ist nun speziell an diesen Gedichten, die in vier Themenkreisen - fast so etwas wie vier seelische Jahreszeiten - angeordnet sind?
Man wird sich dem Buch auf unterschiedliche Weise nähern können. Sicher fällt auf, dass der Lyrikband nicht dort angesiedelt werden kann, wo Poesie nur allzu rasch in literarische Weinerlichkeit abgleitet und zum Kitsch verkommt. Es liegt am anderen Ende - dort, wo die Gefühle auch stark sein dürfen und ein Gedicht frische Kräfte weckt. "Bis zur letzten Stunde" beweist dieses Zutrauen und bestätigt, dass sich Lyrik durchaus mit Kraft verträgt, sehr gut sogar. Dem widerspricht auch folgende Zeile nicht: "Nur wenn man liebt, lässt man sich auch zähmen." Denn das "Sich-zähmen-Lassen" verrät nicht Schwäche, sondern Souveränität.
Das gilt nicht nur für die Liebe, sondern auch für den Glauben, wo sich die Festigkeit vielleicht noch deutlicher manifestiert. "Mit uns wirst du niemals vom Himmel fallen!" Das Gedicht ist offenbar an ein Kind gerichtet, und Kinder spielen in diesen Gedichten eine überaus schöne Rolle. "Wir werden überleben die Trennungen und Abschiede und Schmerzen", heißt es später unter dem Titel "Weine nicht". Keine Weinerlichkeit. Nirgends. Sehr wohl aber Tränen.
Wäre die Autorin ungenannt geblieben, man hätte wohl die Frau erraten. Vielleicht daran, dass Gefühle nicht nur gespürt, sondern auch sichtbar werden. Wir erleben eine Frau, die für Romantiker wie Chopin und Schumann schwärmt. Eine Frau, die Sanftmut einbringt und sich nicht dahinter versteckt. Der Mann aber bringt seine Leidenschaft ein, heißt es im Buch. Möglicherweise lesen wir trotzdem beides aus dem Buch. Sanftmut etwa im Umgang mit der "Rose im Schnee", in der Neigung zum Wunder und zur Magie. Leidenschaft in der Haltung und im drängenden Duktus der Gedichte.
Unverwechselbar wird das Werk auch durch seine Eigenständigkeit. "Ich bleibe ungeschliffen." Aber es ist nicht eine Eigenständigkeit, die sich aufdringlich verkaufen will. Sonst würde nicht vielerorts das grammatikalisch nötige Ich ganz einfach fehlen. Eher Demut also. Liebe erscheint mitunter als Andacht, die Liebesgeständnisse könnten auch Gebete sein. Man braucht nur "Vor dem Alter der Liebe" zu lesen, um dies herauszuhören. Und das Gedicht "Nicht losgelassen" schließt mit: "Unser Gebet ist nach wie vor: Ich liebe dich!"
Es steckt viel Irenisches in diesem Werk. Wer den Dialog zwischen dem Wissenschaftler und dem Geistlichen verfolgt, spürt diesen Drang zur Verständigung: "Nur wer fest glaube, der auch richtig denke." In einem Gedicht werden Verstand und Herz verschmolzen. Davon könnte die Welt lernen.
Man verlässt das Buch mit einem Eindruck von Leichtigkeit. Im Gedichtband wird lichtvolle Zuversicht vermittelt, die Autorin lässt auch Wunder zu. "Wahre Wunder" sind es, wohlverstanden. "Träume sind nicht Schäume." Das hat etwas Tröstendes an sich, lässt Phoenix folgen, regt an zum Offensein und zum Ausschwärmen, wie das Gedicht „Hinaus!" es tut.
Man wird den Satz kaum übersehen: "Zum absoluten Glücklichsein fehlt mir - wie wahr! - gar nichts!" Man beachte die doppelten Ausrufungszeichen - Zeichen nicht des Befehls, sondern des Nachdrucks. Das gehört zum sehr Persönlichen dieses Buches, dem es auch gelingt, die Leser anzusprechen."